Interview mit den (derzeit) besten 2 Fahrern
01-03-10 08:00 von Daniel Fredrich
4 Läufe sind bereits gefahren und erste Meisterschaftsanwärter kristallisieren sich langsam heraus. 2 davon haben wir zum Interview gebeten und so schnell wie sie auf der Strecke sind haben sie auch die Fragen beantwortet.
Als erstes das Interview mit Andreas Spengler, der aktuell deutlich in der Fahrerwertung führt.
1. Andreas, du liegst nach 3 Siegen in Folge klar auf Meisterschaftskurs. Rechnest du mit weiteren 6 Siegen?
Mit weiteren 6 Siegen zu rechnen wäre sicherlich etwas vermessen. Das Fahrerfeld ist sehr kompetitiv. Vieles wird davon abhängen, wie viel Zeit ich zum Testen haben werde. Allerdings verstehe ich das Auto nach ein paar Rennen immer besser und werde wohl weniger Tests benötigen als noch zu Beginn der Saison. Von daher bin ich zuversichtlich, auch in den nächsten Rennen um Siege zu kämpfen.
2. In Toban warst du siegreich mit einer 2-Stop-Strategie während deine 2 Verfolger auf 3 Stopps setzten. War dir von Anfang an klar, dass du einmal weniger stoppen müsstest oder hat dich das selbst überrascht?
Überrascht hat mich das nicht. In Toban war die Entscheidung für 2 oder 3 Stopps kritischer denn je, da die Reifen am Ende eines 2 Stopp-Stints sehr abgefahren waren. Da in den bisherigen Rennen 2 Stopps die bessere Wahl waren, habe ich mich auch hier in Toban für die konservative Strategie entschieden. Nach den frühen Stopps meiner Verfolger, habe ich sie schon auf 3 Stopps vermutet. Ganz sicher konnte ich mir aber nicht sein. Die Möglichkeit einer 2 Stopp-Strategie mit einem kurzen ersten Stint war noch im Bereich des Möglichen, da ich nicht wusste, wie deren Autos mit den Reifen umgehen. Deswegen habe ich nach meinem ersten Stopp im Rennen weiter Druck gemacht.
3. 48 Punkte beträgt dein Vorsprung in der Fahrerwertung, denkt man dabei schon mal drüber nach demnächst taktischer zu fahren?
48 Punkte hört sich viel an. Da die Punkteverteilung aber sehr die Konstanz belohnt, kann das nach einem Ausfall direkt ganz anders aussehen. Trotzdem denke ich, ist es noch zu früh in der Meisterschaft, um taktisch zu fahren. Ich werde weiter voll angreifen.
4. Letztes Rennen hattest du 2 Fanatec-DTMR-Fahrer im Genick, macht es dir Sorgen, dass die dich als Team eher in Bedrängnis bringen können?
Ich habe die beiden bisher als sehr faire Fahrer erlebt. Ich denke nicht, dass sie auf die Idee kommen würden, irgendwelche fragwürdigen teamtaktischen Ausbremsmanöver zu veranstalten. Von daher macht es keinen Unterschied, ob sie nun in einem Team oder in getrennten Teams fahren.
5. Erwartest du in den nächsten Läufen von deinen Teamkollegen Schützenhilfe oder fährt (noch) jeder für sich und auf Einzelergebnisse?
Wie oben schon erwähnt, ist es noch sehr früh in der Meisterschaft. Jeder fährt im Moment noch für sich. Natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn meine Teamkollegen meinen direkten Konkurrenten den einen oder anderen Punkt wegnehmen können.
Kommen wir nun zum dichtesten Verfolger Michael Haidorf.
1. Noch kein Sieg für Dich in einem Rennen und dennoch belegst du P2 in der Fahrerwertung. Wann stehst du in der Mitte des Podestes?
Ich glaube nicht, dass ich überhaupt ein Rennen gewinnen werde. Trotzdem ist dies mein erklärtes Ziel. Die Strecken sagen mir durchweg nicht so zu. Ich bin ein Freund von schnellen, flüssigen Kursen... Ich mag keine Schikanen und keine harten Bremspunkte. Dennoch werde ich versuchen in der Meisterschaft ein Wörtchen mitzureden. Bei den Rennen zählt vor allem auch Konstanz, und die habe ich.
2. Letztes Rennen warst du stets mit deinem Teamkollegen zusammen, gab es dort bereits Gedanken strategisch für die Meisterschaft zu fahren?
Zu diesem frühen Zeitpunkt machen wir uns noch keinerlei Gedanken über eine eventuelle Teamstrategie. Außerdem sind Jörg und ich so nah beisammen, dass wir noch nicht wirklich wissen, wer denn nun der schnellere ist. Jörg ist in unseren Teamtrainings immer schneller als ich, ich mach mich im Rennen bis jetzt meist besser als er. Es kann auch durchaus sein, das ich für Jörg fahren werde. Das werden wir aber auf uns zukommen lassen. Außerdem hat eine Teamstrategie doch immer einen gewissen "Beigeschmack".
3. In Toban hast du auf 3 Boxenstopps gesetzt, im Nachhinein ein taktischer Fehler? Wäre eine 2-Stopp-Taktik möglich gewesen?
Keiner von uns hätte in Toban eine 2 Stopp Strategie fahren können. Da haben unsere Reifen nicht mitgespielt. Umso überraschender war für uns, das Andy Spengler mit 2 Stopps fahren konnte. Somit kann man nicht von einem taktischen Fehler reden, 2 Stopps waren schlichtweg nicht möglich. Wir werden wohl unser Grundsetup nochmals überarbeiten müssen.
Bei beiden Fahrern möchten wir uns für die promte Beantwortung der Fragen bedanken und wünschen ihnen (und natürlich allen anderen Teilnehmern) viel Erfolg in den nächsten Läufen der Saison.
